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Uwe Dorst

Uwe Dorst

Partner | CFO Advisory
8 Min. Juni 2026

Die drei häufigsten Fehler in S/4HANA-Projekten

Drei wiederkehrende Muster, die über Erfolg oder Misserfolg von ERP-Transformationen entscheiden

Für die meisten Unternehmen gehört die Migration auf SAP S/4HANA zu den größten Einzelinvestitionen der vergangenen Jahre. Angesichts des enormen Aufwands sind die Erwartungen entsprechend hoch: bessere Datenbasis für Reporting und Steuerung, schlankere Abschlussprozesse, mehr Transparenz über Segmente und Kostentreiber – das sind keine unrealistischen Versprechen, sondern legitime Ziele, die das System technisch ermöglicht.

Doch in der Realität läuft ein Großteil der Projekte nicht wie geplant. Zeitpläne verschieben sich, Budgets werden überschritten. Der erwartete Nutzen bleibt aus. Was auf den ersten Blick nach technischen Schwierigkeiten aussieht, ist bei näherer Betrachtung meist ein strukturelles Problem. In der Praxis zeigen sich unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche drei Muster immer wieder.

Key Takeaways

Die wichtigsten Erkenntnisse

01 S/4HANA ist mehr als eine Systemumstellung. Die Transformation greift tief in Prozesse, Datenstrukturen, Rollen und Steuerungslogik ein. Deshalb reicht es nicht, sie als technisches Implementierungsprojekt zu behandeln.
02 Die fachliche Steuerung muss früh beginnen. Ohne klares Zielbild und aktive Rolle des CFO werden zentrale Entscheidungen schnell aus IT-Sicht getroffen. Das führt zu unscharfen Anforderungen, falschen Prioritäten und teuren Korrekturen.
03 Vorbereitung ist eine eigene Erfolgsphase. Roadmap, Business Case, Prozess- und Datenbasis müssen vor der Umsetzung belastbar geklärt sein. Was hier offen bleibt, wird später sichtbar – dann aber deutlich schwerer beherrschbar.
04 Der GoLive ist nicht der Abschluss. Mit dem GoLive beginnt die eigentliche Nutzung im Unternehmen. Stabilisierung, Change Management und Verantwortlichkeiten für den Regelbetrieb müssen deshalb frühzeitig geplant werden.
05 Erfolgreiche Transformationen verbinden Business, IT und Organisation. S/4HANA entfaltet seinen Nutzen erst, wenn fachliche Ziele, technische Umsetzung und organisatorische Verankerung zusammengeführt werden. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Systemeinführung und wirksamer Transformation.

01Ausgangslage

Hohe Erwartungen, ernüchternde Realität

S/4HANA-Projekte sind in ihrer Breite kaum mit klassischen IT-Vorhaben vergleichbar. Sie betreffen Kernbereiche über die gesamte Wertschöpfungskette und ersetzen nicht ein Teilsystem, sondern die zentrale Systemlandschaft Dabei werden Prozesse, Datenstrukturen und Organisationsrollen in einem Zug verändert. Beteiligt sind interne IT-Abteilungen, Finance-Teams, Fachbereiche und externe Implementierungspartner. Sie alle bringen unterschiedliche Prioritäten, unterschiedliche Arbeitsweisen und ein unterschiedliches Verständnis von Erfolg mit.

Dabei liegt in dieser Komplexität eine echte Chance. Richtig aufgesetzt, kann S/4HANA Monatsabschlüsse beschleunigen, Steuerungslogik modernisieren, Reporting-Strukturen konsolidieren und Finance-Teams von manuellen Zwischenschritten entlasten. Das Potenzial ist real, aber es erfordert weit mehr als die technische Einführung.

Was sich in der Praxis immer wieder zeigt: Die kritischsten Weichenstellungen liegen nicht in der eigentlichen Umsetzungsphase. Sie liegen früher: im Projektaufbau, in der Zieldefinition, in der Klärung, wer was mit welchem Auftrag steuert. Und sie liegen am Ende, in der Frage, wie die Transformation wirklich abgeschlossen und in den Regelbetrieb überführt wird. Diese beiden Phasen werden typischerweise unterschätzt. Daraus entstehen Muster, die sich in den meisten S/4HANA-Projekten in ähnlicher Form wiederholen. Drei davon treten besonders häufig auf.

 

02Einordnung

Fehler 1: Das Projekt startet als IT-Vorhaben

Fehlendes fachliches Zielbild

Ein häufiger und besonders folgenreicher Fehler liegt bereits in der Einordnung: S/4HANA-Transformationen werden als IT-Projekte gestartet – mit technischem Auftrag, technischer Projektlogik und oft auch technischer Führung. Was dabei fehlt, ist ein fachliches Zielbild. Zu Projektbeginn ist nicht definiert, wie Finance-Prozesse nach der Migration aussehen sollen. Welche Steuerungslogik gilt künftig? Wie verändert sich das Controlling? Welche Anforderungen stellt das Unternehmen an sein künftiges Reporting – nicht technisch, sondern inhaltlich? Bleiben diese Fragen offen, werden sie im Verlauf der Umsetzung aus IT-Sicht beantwortet. Konfigurationsentscheidungen werden implizit zu Prozessentscheidungen und setzen sich ohne fachliche Führung durch.

Die Folgen zeigen sich meist schnell: Anforderungen bleiben unscharf und Prioritäten verschieben sich mit jedem Quartal. Das Projekt verliert seinen Fokus und mit jeder neuen Herausforderung wandelt sich eine aktive Steuerung zu einer reaktiven Problembehebung.

Systemlogik ersetzt Business-Logik

Mit der IT als Treiber rücken vor allem Funktionen im System, Customizing-Entscheidungen und technische Schnittstellen in den Vordergrund. Das ist nachvollziehbar: Es sind die Themen, die sich im Projekt unmittelbar bearbeiten lassen. Was dabei zu kurz kommt, ist die Frage, wie das Unternehmen künftig tatsächlich arbeiten und steuern will.

Genau hier wird die zentrale Lücke zwischen IT und Business sichtbar: IT denkt in Systemen, Anforderungsdokumenten und Deployments. Finance denkt in Prozessen, Steuerungslogik und alltäglichem Nutzen. Wenn diese Perspektiven nicht bewusst zusammengeführt werden, fehlt die gemeinsame Grundlage für Anforderungen und Entscheidungen.

Als Konsequenz werden bestehende Prozesse im neuen System abgebildet – inklusive ihrer Ineffizienzen. Es entstehen Lösungen, die technisch funktionieren, aber nicht zur Steuerungslogik des Unternehmens passen. Prozesse laufen im System, aber nicht im Alltag. Im Projektverlauf häufen sich Nachbesserungen, mit wachsendem Frust in der IT ebenso wie in den Fachbereichen.

Fachliche Steuerung von Beginn an verankern

Projekte, die ohne klare fachliche Leitplanken starten, setzen von Beginn an falsche Prioritäten. Die Orientierung fehlt, und spätere Korrekturen sind nicht nur aufwendig, sondern auch teuer: Je später ein Steuerungsdefizit sichtbar wird, desto tiefer hat es sich bereits in Projektentscheidungen eingeschrieben.

Was hilft, ist eine frühzeitige Verankerung im Business: ein klares fachliches Zielbild, eine aktive Rolle des CFO von Beginn an und eine tragfähige Steuerungslogik, bevor zentrale Systementscheidungen getroffen werden. Diese fachliche Klärung darf keinesfalls unterschätzt werden, denn sie ist die Voraussetzung für alle weiteren Projektentscheidungen.

 

S/4HANA

Wer die Weichen zu Beginn nicht richtig stellt und die Phase nach dem GoLive vernachlässigt, verspielt einen Großteil des Potenzials von S/4HANA.

Uwe Dorst

03Vorbereitung

Fehler 2: Die Vorbereitung wird unterschätzt

Der zweite häufige Fehler hängt mit dem ersten zusammen, ist aber eigenständig: Projekte starten, bevor die fachlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Grundlagen ausreichend geklärt sind. Die Vorbereitung wird als notwendige Formalität behandelt und nicht als kritische Phase, die über den Projekterfolg entscheidet.

Unklare Planungsgrundlage

Zielbild, Roadmap und Projektumfang sind zu Beginn oft nicht hinreichend konkretisiert. Der gewählte Transformationsansatz – etwa Greenfield versus Brownfield – ist nicht ausreichend validiert. Zentrale Annahmen zu Prozessen, Daten und systemischen Abhängigkeiten sind nicht geprüft. Projektauftrag und Ziele sind nicht verbindlich definiert. Hinzu kommt: Auch Projektmethodik, Governance und die Rolle des Implementierungspartners sind zu diesem Zeitpunkt in vielen Fällen noch nicht ausreichend geklärt. Wird der Implementierungspartner zu spät oder ohne klare Bewertungslogik ausgewählt, fehlt dem Projekt von Beginn an eine belastbare Steuerungsstruktur.

Was folgt, ist absehbar: Umfang und Prioritäten werden im Projektverlauf ständig angepasst, wodurch die Planung ihre Stabilität verliert. Entscheidungen werden situativ statt strukturiert getroffen – weil die Grundlage fehlt, auf der sie fundiert getroffen werden könnten.

Business Case ohne Substanz

Erwartete Nutzen wie Effizienzgewinne, bessere Steuerungsfähigkeit oder höhere Transparenz werden häufig benannt, aber nicht konkret quantifiziert. Potenziale im Business werden nicht systematisch analysiert, und Zielkonflikte zwischen Bereichen bleiben ungelöst.

Das hat praktische Konsequenzen: Wenn im laufenden Projekt wirtschaftliche Abwägungen notwendig werden – Scope-Entscheidungen, Priorisierungen, Kostenverschiebungen – fehlt die belastbare Grundlage, um diese Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen. Diskussionen über Zielrichtung und Nutzen beginnen erst dann, wenn sie eigentlich längst geklärt sein sollten. Für den CFO bedeutet das: Er kann Kosten, Nutzen und Prioritäten im Projekt schwer steuern, weil die Referenzgröße fehlt.

Prozesse, Daten und Methodik

Bestehende Prozesse werden nicht systematisch analysiert und hinterfragt. Verantwortung für Prozesse und End-to-End-Zusammenhänge ist weder inhaltlich noch organisatorisch klar definiert. Die Kapazitäten von Prozessspezialisten in den Fachbereichen sind nicht gesichert – obwohl genau diese Personen das operative Wissen mitbringen, das das Projekt braucht.

Erschwerend kommt hinzu, dass ohne klare Methodik für Prozessanalyse und Prozessdesign häufig ein gemeinsamer Rahmen fehlt, um Anforderungen zu strukturieren, End-to-End-Zusammenhänge sichtbar zu machen und Prozessentscheidungen belastbar vorzubereiten. Gerade weil S/4HANA unterschiedliche Bereiche wie Finance, Logistik und weitere Funktionen berührt, braucht es eine methodische Klammer, die fachliche Unterschiede berücksichtigt, ohne die Gesamtsteuerung zu verlieren.

Zwei weitere Themen werden regelmäßig zu spät adressiert: Datenqualität und Stammdaten. Data Cleansing und eine klare Migrationsstrategie für Stammdaten fehlen häufig in der Vorbereitungsphase – und treten dann kurz vor dem GoLive als akutes Problem auf, wenn der Zeitdruck am größten ist.

Unrealistische Zeit-, Budget- und Ressourcenplanung

Aufwand und Komplexität werden zu Beginn fast immer zu optimistisch eingeschätzt. Interne Ressourcen sind nicht ausreichend eingeplant, da die Mitarbeitenden, die Prozesswissen mitbringen und Entscheidungen im Projekt treffen müssen, gleichzeitig im Tagesgeschäft gebunden sind. Ihre Erreichbarkeit ist eingeschränkt, obwohl genau sie bei Problemen gefragt sind. Abhängigkeiten zwischen Workstreams und Risiken werden unterschätzt.

In der Folge werden Zeitpläne nicht eingehalten und Budgets steigen. Die Organisation ist über lange Strecken des Projekts hoch belastet – was die Qualität der Ergebnisse zusätzlich erschwert.

Das eigentliche Problem dabei ist nicht, dass Probleme entstehen, das ist in komplexen Projekten unvermeidlich. Das Problem ist, dass viele dieser Probleme in der Vorbereitungsphase identifizierbar und beherrschbar gewesen wären. In der Umsetzung werden sie sichtbar, aber deutlich schwerer zu lösen.

Vorbereitung als eigene Erfolgsphase verstehen

Vorbereitung ist keine Vorleistung, die man minimieren sollte, um schneller in die Umsetzung zu kommen. Sie ist die Phase, in der die Weichen für alles Weitere gestellt werden. Operative Probleme, die sich durch den Projektverlauf ziehen – steigende Kosten, sinkende Planbarkeit, reaktive Entscheidungen – haben ihren Ursprung fast immer hier.

 

04Verankerung

Fehler 3: Erfolg wird am GoLive gemessen

Der dritte strukturelle Fehler tritt am Ende auf: Die Phase nach dem GoLive wird nicht konsequent als Teil der Transformation geplant. Der technische GoLive markiert in vielen Projekten faktisch den Abschluss. Das System ist produktiv, die Projektorganisation löst sich auf, Verantwortung geht zurück in die Linie. Damit gilt das Projekt als abgeschlossen. Was dabei übersehen wird: Der GoLive ist kein Endpunkt, er ist vielmehr der Beginn der eigentlichen Nutzung.

Organisation nicht ausreichend vorbereitet

Mitarbeitende wurden geschult, aber nicht auf den realen Arbeitsalltag vorbereitet. Neue Prozesse sind dadurch nicht ausreichend eingeübt. Der Unterschied zwischen Testumgebung und tatsächlicher Nutzung im laufenden Betrieb wird in der Regel unterschätzt. Rollen, Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit sind nach dem GoLive oft noch ungeklärt. Und ein aktives Business-seitiges Management organisatorischer Veränderungen – das, was unter dem Begriff Change Management oft firmiert – fehlt in vielen Projekten weitgehend.

Das führt unweigerlich dazu, dass Prozesse im Alltag nicht stabil funktionieren, was wiederum zu Frust unter den Mitarbeitenden führt. Im schlimmsten Fall greifen diese wieder auf alte Arbeitsweisen zurück – ein kritischer Zustand, weil das Unternehmen dann das neue System betreibt, aber nach der alten Logik arbeitet. Die erwarteten Effizienzgewinne können dadurch nicht erreicht werden.

Stabilisierung und nachhaltige Verankerung

Hypercare-Phasen sind zeitlich begrenzt und adressieren vor allem akute Systemprobleme. Was sie nicht leisten, ist die nachhaltige Verankerung neuer Prozesse und Arbeitsweisen in der Organisation. Die eigentliche Herausforderung liegt in den Monaten nach dem GoLive – wenn neue Prozesse unter realen Betriebsbedingungen etabliert werden müssen, während der Betrieb läuft.

Häufig fehlt für diese Phase ein klarer Plan, und Prozessverantwortlichkeiten für den Regelbetrieb sind nicht definiert. Eine Prozessmanagementorganisation, die den laufenden Betrieb steuert und Weiterentwicklungen koordiniert, wird nicht aufgebaut. Das ist mehr als ein organisatorisches Detail: SAP S/4HANA wird kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Funktionen und Features müssen aktiv eingeführt werden. Wer dafür keine Strukturen aufbaut, schöpft das System dauerhaft nur zu einem Bruchteil seiner Möglichkeiten aus.

Probleme, die in der Hypercare-Phase noch verborgen bleiben, treten erst im laufenden Betrieb vollständig zutage. Prozesse und Arbeitsweisen werden nicht nachhaltig angepasst. Der Projekterfolg bleibt hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre.

GoLive als Übergang in die Nutzung planen

Das System ist produktiv, aber Prozesse sind ineffizient oder instabil, und der erwartete Nutzen bleibt aus. Zusätzlicher Aufwand entsteht, Frustration wächst. Was als Erfolg verbucht wurde, entpuppt sich rückblickend als halbfertiger Zustand.

Die Praxis zeigt: Cutover, GoLive und Ramp-up müssen frühzeitig gemeinsam mit dem Business geplant werden. Die Stabilisierungsphase ist kein Anhang, sondern ein eigenständiger Abschnitt mit eigenen Zielen, eigenen Verantwortlichkeiten und eigenen Steuerungsmechanismen. Dazu gehören auch ein strukturiertes Monitoring, die Priorisierung offener Themen und eine aktive Nachsteuerung im laufenden Betrieb.

Ebenso wichtig ist ein businessseitiges Change Management, das neue Prozesse, Rollen und Arbeitsweisen nicht nur kommuniziert, sondern im Alltag verankert. Cutover, Ramp-up und Post-GoLive gehören in die Projektplanung, und zwar als vollwertige Phase.

 

 

05Erfolgsfaktoren

Was erfolgreiche S/4HANA-Projekte auszeichnet

Erfolgreiche S/4HANA-Projekte unterscheiden sich von gescheiterten nicht allein durch bessere Technologie oder leistungsfähigere Implementierungspartner. Sie unterscheiden sich vor allem durch ein anderes Grundverständnis dessen, was in der Transformation stattfindet.

S/4HANA ist kein IT-Projekt mit fachlicher Begleitung. Es ist ein fachlich gesteuerter Umbau zentraler Unternehmensprozesse – mit IT als Enabler, nicht als Treiber. Daraus ergeben sich klare Prioritäten:

  Ein klares fachliches Zielbild vor Projektstart – für Prozesse, Steuerung und messbaren Nutzen.
  Eine fundierte und realistische Vorbereitung als eigenständige Phase – nicht als Formalität, die man schnell abhakt.
  Aktive Steuerung durch das Business, insbesondere durch den CFO – von Beginn an, nicht erst wenn Probleme eskalieren.
  Konsequente Begleitung der Phase nach dem GoLive – damit neue Prozesse im Alltag wirklich ankommen.

Damit verbunden ist eine bewusste Verschiebung des Fokus: weg von schneller Umsetzung hin zu strukturierter Vorbereitung, weg von technischer Implementierung hin zu fachlicher Steuerung, weg vom GoLive als Zielpunkt hin zur nachhaltigen Nutzung im Alltag.

S/4HANA ist kein reines Implementierungsprojekt. Es ist eine umfassende Veränderung von Prozessen, Organisation und Steuerungslogik. Wer das in der Planung, in der Governance und in der Projektführung konsequent berücksichtigt, schafft die Voraussetzungen dafür, dass der Nutzen, den das System verspricht, tatsächlich realisiert wird.

 

 

Mehr zur S/4HANA-Transformation mit 4C

FAQ

Häufige Fragen zu S/4HANA-Projekten

Antworten auf zentrale Fragen rund um fachliche Steuerung, Vorbereitung und nachhaltige Verankerung von S/4HANA-Transformationen.

Warum scheitern viele S/4HANA-Projekte trotz hoher Investitionen?

Viele Projekte scheitern nicht an der Technologie selbst, sondern an fehlender fachlicher Steuerung. Wenn Zielbild, Nutzen, Prozesse und Verantwortlichkeiten zu Beginn nicht ausreichend geklärt sind, werden wichtige Entscheidungen vor allem aus technischer Sicht getroffen. Das führt häufig zu Nachbesserungen, Verzögerungen und einem Nutzen, der hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Welche Rolle sollte der CFO in einem S/4HANA-Projekt übernehmen?

Der CFO sollte nicht erst bei Budgetfreigaben oder Problemen eingebunden werden. Gerade in der frühen Phase spielt er eine zentrale Rolle bei der Definition des fachlichen Zielbilds, der Priorisierung von Anforderungen und der Bewertung des erwarteten Nutzens. Dadurch wird sichergestellt, dass die Transformation an den tatsächlichen Geschäftsanforderungen ausgerichtet bleibt.

Was ist wichtiger: die technische Migration oder die Prozessgestaltung?

Beides gehört zusammen, aber die Prozessgestaltung sollte den Rahmen vorgeben. Erst wenn klar definiert ist, wie das Unternehmen künftig arbeiten, steuern und berichten möchte, lassen sich die Systemanforderungen sinnvoll ableiten. Wird dieser Schritt übersprungen, bildet das neue System häufig lediglich bestehende Schwächen und Ineffizienzen ab.

Warum wird die Vorbereitungsphase häufig unterschätzt?

Viele Unternehmen möchten möglichst schnell mit der Umsetzung beginnen. Dadurch werden Themen wie Zielbild, Business Case, Prozessanalyse, Datenqualität oder Ressourcenplanung nicht ausreichend vorbereitet. Probleme werden dadurch nicht vermieden, sondern lediglich in spätere Projektphasen verschoben – wo sie deutlich teurer und schwieriger zu lösen sind.

Ist ein erfolgreicher GoLive bereits ein erfolgreicher Projektabschluss?

Nicht unbedingt. Ein technischer GoLive zeigt zunächst nur, dass das System produktiv genutzt werden kann. Ob die Transformation erfolgreich war, entscheidet sich häufig erst in den Monaten danach: Werden neue Prozesse tatsächlich gelebt? Funktioniert die Zusammenarbeit? Werden die angestrebten Effizienz- und Steuerungsvorteile erreicht?

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