Ein konzernweites Transformationsprogramm, mehrere regionale Netzgesellschaften und eine Technologie mit Schlüsselrolle für die Energiewende: Ein europäischer Energieinfrastrukturbetreiber verfolgte das Ziel, 450-MHz-Kommunikationsdienste großflächig einzuführen und die organisatorischen Voraussetzungen für ihren langfristigen Betrieb zu schaffen.
wurden von der Pilotierung bis zur schrittweisen regionalen Einführung begleitet.
definiert Zielprozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten für Bestellung, Administration und Betrieb der Funkdienste.
umfassten Dokumentationen und Trainings, die regionale Netzgesellschaften auf neue Betriebsaufgaben vorbereiteten.
* Aus Respekt vor der Vertraulichkeit unserer Kunden veröffentlichen wir keine projektspezifischen Kennzahlen. Die genannten Ergebnisse beschreiben die qualitative Wirkung der Zusammenarbeit.
Eine neue Infrastruktur, viele Beteiligte
Mit der 450-MHz-Technologie entstand eine neue Kommunikationsgrundlage für die Digitalisierung der Stromnetze. Sie sollte Smart-Grid-Anwendungen, intelligente Messsysteme sowie die Sprachkommunikation in Betriebs- und Krisensituationen unterstützen. Dafür musste das Funknetz hohe Anforderungen an Abdeckung, Verfügbarkeit, Cybersecurity und Krisenfestigkeit erfüllen.
Die konzernweite Einführung ging weit über die technische Bereitstellung hinaus. Kommunikationsprodukte mussten entwickelt und getestet, regionale Anforderungen abgestimmt und ein gemeinsames Betriebsmodell geschaffen werden. Zugleich waren die beteiligten Netzgesellschaften auf neue Prozesse, Verantwortlichkeiten und Aufgaben im späteren Betrieb vorzubereiten.
Besonders komplex war die Position des Unternehmens im 450-MHz-Ökosystem. Als Nutzer der Kommunikationsdienste, Infrastrukturpartner, Vertragspartner und Anteilseigner des externen Netz- und Dienstleistungsanbieters nahm es unterschiedliche Rollen ein. Technische, wirtschaftliche, regulatorische und operative Anforderungen mussten deshalb über Unternehmens- und Organisationsgrenzen hinweg koordiniert werden.
Rollout und Betriebsaufbau gemeinsam steuern
4C begleitete das mehrjährige 450-MHz-Programm von den ersten Pilotierungen bis zur schrittweisen Überführung von Betriebsaufgaben in die Linienorganisation. Dabei koordinierte das Team die Zusammenarbeit zwischen zentralen Produktverantwortlichen, regionalen Netzgesellschaften, Querschnittsfunktionen und dem externen Netz- und Dienstleistungsanbieter.
In der frühen Programmphase unterstützte 4C die Vorbereitung der drei Anwendungen Smart Grid, Smart Meter Gateway und Voice auf den praktischen Einsatz. Dazu gehörten die Koordination von Tests und Pilotierungen, die Abstimmung technischer und kaufmännischer Abläufe sowie die Vorbereitung erster kommerzieller Inbetriebnahmen. Mit der anschließenden Skalierung rückten die regionalen Rollouts und die Integration der Kommunikationsdienste in die beteiligten Organisationen stärker in den Mittelpunkt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt war die Entwicklung eines gemeinsamen Target Operating Models. 4C erarbeitete Zielprozesse und definierte Rollen und Verantwortlichkeiten für Bestellung, Administration, Abrechnung und Störungsmanagement. Prozess-, Betriebs- und Nutzerdokumentationen übersetzten die Vorgaben in konkrete Arbeitsabläufe. Trainings und Workshops bereiteten die Mitarbeitenden auf neue Aufgaben und die schrittweise Übernahme des Betriebs vor.
Parallel plante und steuerte 4C produktübergreifende Tests zu Netzkapazität, Verfügbarkeit, Redundanz, Cybersecurity und Krisenfestigkeit. Das Team wertete zudem Daten zur Netzabdeckung aus, identifizierte Versorgungslücken und unterstützte die Priorisierung von Verdichtungsmaßnahmen. Ergänzend begleitete 4C wirtschaftliche und regulatorische Fragestellungen sowie die Vorbereitung eines Produktangebots für externe Marktteilnehmer.
Über alle Projektphasen hinweg steuerte 4C Meilensteine, Risiken und Abhängigkeiten. KPI-Reportings und aufbereitete Entscheidungsgrundlagen machten den Programmfortschritt transparent und unterstützten die Abstimmung zwischen Produktentwicklung, Rollout und Betriebsaufbau.
„Für unsere Netzgesellschaften musste 450 MHz vor allem im Alltag funktionieren. Dazu gehören klare Abläufe für Bestellung und Administration ebenso wie eindeutige Zuständigkeiten bei Störungen. Die gemeinsamen Prozesse und die Vorbereitung unserer Teams waren deshalb ein wesentlicher Teil der Einführung.“
Die Grundlage für den eigenständigen Betrieb
Mit dem gemeinsamen Betriebsmodell erhielten die regionalen Netzgesellschaften abgestimmte Prozesse und Verantwortlichkeiten für die Nutzung der 450-MHz-Dienste. Die neuen Arbeitsgrundlagen geben Orientierung bei der Bestellung, Administration und Bearbeitung von Störungen. Dokumentationen und Schulungen unterstützen die schrittweise Übernahme dieser Aufgaben in den Linienbetrieb.
Auch die Einführung weiterer Anwendungsfälle wurde strukturiert: Für Smart Grid entstand ein standardisierter Prozess, mit dem zusätzliche Anwendungen bewertet, freigegeben und eingeführt werden können.
Netzanalysen machten Versorgungslücken sichtbar und ermöglichten eine gezielte Priorisierung von Verdichtungsmaßnahmen. Produktübergreifende Tests lieferten Erkenntnisse zu Kapazität, Verfügbarkeit, Sicherheit und Krisenfestigkeit, die in die weitere Entwicklung der Kommunikationsdienste einfließen konnten.
Damit entstanden wesentliche Voraussetzungen, um die 450-MHz-Dienste über erste Pilotierungen hinaus in den regionalen Netzbetrieb zu integrieren. Weitere Rollouts und Betriebsaufgaben können auf abgestimmten Verfahren und gemeinsamen Arbeitsgrundlagen aufbauen.
„Die besondere Herausforderung lag in den Abhängigkeiten zwischen Produktentwicklung, Netzausbau und regionalem Betrieb. Entscheidungen in einem Bereich hatten Auswirkungen auf andere. Deshalb brauchte das Programm eine Steuerung, die diese Zusammenhänge sichtbar macht und die Umsetzung über alle Beteiligten hinweg koordiniert.“
